Baggern war gestern, die Zukunft ist autonomer Materialumschlag mit KI

Verbundprojekt entwickelt Lösung zur automatisierten Sortierung sperriger Abfälle

Großstückige Abfälle wie Sperrmüll oder Bauschutt können bisher nur mit hohem manuellem und technischem Aufwand recycelt werden. Im Projekt SmartRecycling-Up ist es gelungen, ein neuartiges, KI-basiertes Gesamtkonzept zu entwickeln, das erstmals eine automatisierte Sortierung ermöglicht. Ein Konsortium bestehend unter anderem aus Baljer & Zembrod und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)) entwickelt dafür innovative Technologien, welche die Robotik, Künstliche Intelligenz und intelligente Sensorik zu einem funktionsfähigen System verbinden.

Die automatisierte Sortierung von Abfällen ist ein zentraler Bestandteil einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Während kleinere Abfallfraktionen wie Verpackungen oder Papier bereits maschinell getrennt werden können, stellen großstückige Abfälle wie Sperrmüll, Holz oder Bauschutt nach wie vor eine Herausforderung dar. Sie müssen bislang aufwendig zerkleinert werden, bevor sie in konventionellen Anlagen sortiert werden können – ein ineffizientes, kosten- und energieintensives Verfahren.

Hier setzte das vom DFKI Robotics Innovation Center koordinierte Projekt SmartRecycling-Up an. Das Ziel bestand in der Entwicklung einer intelligenten Lösung zur Sortierung großstückiger Abfälle, die ohne mechanische Zerkleinerung auskommt. Der Fokus lag dabei auf der automatisierten Rückgewinnung wertvoller Materialien wie Holz, Kunststoff oder Metall, die sich bislang nur schwer aus Mischabfällen separieren lassen.

Das Ergebnis: ein hydraulischer B&Z-Kran, der durch Kamerasysteme und KI-basierter Steuerung in die Lage versetzt wird, die komplexen Aufgaben im Sortierprozess selbstständig zu übernehmen. Dazu zählen unter anderem das Umwälzen und Durchmischen des Abfallgemischs, das gezielte Befüllen eines Zerkleinerers, das Erkennen und Entfernen von Störstoffen sowie das separate Aussortieren von Wertstoffen wie Metallen, Kunststoffen oder Holz.

Die Automatisierung der B&Z-Anlagen birgt erhebliche Potenziale, ihren Einsatz wirtschaftlicher zu gestallten. Können mit der Automatisierung im Recyclingbereich zusätzlich auch noch werthaltige Abfälle einer Verwertung zugeführt werden, so erhöht das nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern fördert durch erhöhte Recyclingquoten zusätzlich die Ressourceneffizienz und den Klimaschutz.

Wir freuen uns daher sehr als Partner dieses innovativen Projektes „Smart Recycling“ einen aktiven Beitrag zur Weiterentwicklung der autonomen Vorsortierung leisten zu können.

Projektpartner und Förderung

SmartRecycling-Up wurde unter der Leitung des DFKI gemeinsam mit dem Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bremen, dem Forschungs- und Transferzentrum Smart Systems an der HAW Hamburg, der Baljer & Zembrod GmbH & Co. KG, der Kreis-Abfallverwertungsgesellschaft Minden-Lübbecke, der Karl Siedenburg GmbH & Co. KG und der ASO Abfall-Service Osterholz GmbH durchgeführt. Das Projekt wurde vom BMUV unter dem Förderkennzeichen 67KI21013 gefördert und von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreut.

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